Die Adventszeit soll ruhig sein und ist es oft nicht. Termine, Besorgungen, Familienplanung: Der Dezember füllt sich schnell. Gleichzeitig sehnen sich viele nach ein paar stillen Minuten.
Die fünf Übungen unten dauern jeweils wenige Minuten. Du brauchst nur Stift und Papier. Es sind Einladungen, keine Aufgaben: Wenn dir eine nicht gefällt, lass sie weg. Du musst nicht zeichnen können, und es entsteht nichts, das du zeigen musst.
Übung 1: Eine Linie, eine Minute
Stelle einen Timer auf eine Minute. Setze den Stift aufs Papier und lass Linien wandern, ohne Ziel und Absicht. Lass einfach den Arm den Stift führen und schau ihm höchstens zu, wohin er geht. Vieleicht kreuzen sich die Linien oder folgen einander paralell, alles darf. Wenn die Minute um ist, schau kurz auf das Blatt.
Das ist die Grundidee der neurographischen Linie: Du folgst der Linie, statt sie zu planen. Lies in meinem Artikel mehr über Neurographik für Anfänger
Übung 2: Teepause mit Stift
Koche dir einen Tee, setz dich hin und lege ein Blatt neben die Tasse. Zeichne Kreise, grosse und kleine, solange der Tee warm ist. Es gibt keine Regel ausser dieser.
Die Übung passt gut als Pause zwischen zwei Aufgaben. Sie dauert so lange, wie du Zeit hast.
Übung 3: Drei Dinge des Tages
Am Abend zeichnest du drei Dinge, die dir vom Tag geblieben sind, mit wenigen Strichen. Eine Tasse, ein Fenster, ein Blatt. Strichmännchen und Kritzeleien sind erlaubt.
Wer möchte, schreibt ein Wort dazu. Nach ein paar Tagen hast du eine kleine Reihe von Bildern, die sich wie ein Tagebuch ansieht.
Übung 4: Winterspaziergang mit Blick
Geh eine Viertelstunde nach draussen und suche drei Formen: ein Dach, einen Ast, einen Schatten. Bleib kurz stehen und schau genauer hin. Zu Hause zeichnest du sie aus dem Kopf nach. Die Zeichnung will nicht schön sein, sie will nur deine Erinnerung.
In Wiedlisbach eignet sich dafür das historische Städtli mit mit Kopfsteinpflaster und seinen Vorgärten entlang der alten Stadtmauer, aber jeder Weg vor deiner Haustür reicht.
Übung 5: Ein Satz zum Tag
Schreibe jeden Abend einen Satz auf eine Karte und zeichne ein kleines Zeichen dazu, zum Beispiel einen Stern oder einen Zweig. Nach dem Advent hast du 24 kleine Karten, die du aufhängen, verschenken oder aufbewahren kannst.
Du musst nicht bei der Eins anfangen. Beginne, wann du magst.
Wenn du mehr Zeit für dich möchtest
Kleine Übungen passen in jeden Alltag. Manchmal tut es gut, den Alltag ganz zu verlassen. Dann findest du bei mir im Art-BnB in Wiedlisbach zwei Nächte in einem Privatzimmer, ein Malatelier mit Material und auf Wunsch vier Stunden Begleitung beim Zeichnen. Wie das genau aussieht, steht in meinem Artikel Auszeit mit Stift und Papier: Zwei Nächte nur für dich.
Die Übungen ersetzen keine professionelle Unterstützung. Wer längere Zeit sehr erschöpft oder niedergeschlagen ist, sollte zusätzlich eine Fachperson einbeziehen.
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